Monatsarchiv März 2019

Mühle Colbitz VonMühle Colbitz

HERDANZIEHUNGSKRAFT Küche und Kochen

HERDANZIEHUNGSKRAFT Küche und Kochen an der Domäne Dahlem. Bild: Domäne Dahlem

Interaktive Sonderausstellung
22. März 2019 bis 5. Januar 2020
– Die Raumtexte –

Am Anfang war das Feuer
Das Feuer bot den Menschen unschätzbare Vorteile: Es wärmte, schützte vor wilden Tieren und Mahlzeiten ließen sich zubereiten. Die Hitze tötete Keime ab und schloss schwer verwertbare Bestandteile der Nahrung auf. Wurzeln und Körner wurden genießbar und die Nahrung allgemein nährstoffreicher. Die Menschen der Vorzeit benötigten durch den Einsatz von Feuer weniger Nahrung, weil das, was sie aßen, gehaltvoller wurde.

Anthropologinnen und Anthropologen gehen davon aus, dass das Kochen, neben der Umstellung auf proteinreichere Nahrung, wesentlich zur Entwicklung des menschlichen Gehirns beitrug, dessen Größe sich von seinem Vorfahren Homo habilis bis zum heutigen Menschen verdreifachte. Der Mensch entwickelte sich in Afrika und als er sich von dort auf den Weg machte, hatte er bereits das Feuer im Gepäck. Da in den offenen Flammen das kostbare Essen schnell verbrannte, erfand die Gattung Homo erste Kochtechniken. Heiße Steine erhitzten das Gargut in Steinmulden und Erdgruben. Seit wann Menschen das Feuer nutzten, ist in der Wissenschaft noch umstritten. Neueste Funde in Israel datieren es 300.000 Jahre früher als bisher angenommen auf 960.000 Jahre vor unserer Zeit.

Die frühen Menschen hüteten und bewahrten vermutlich lange Zeit das natürlich von Blitzschlag und Waldbränden entzündete Feuer. Die ältesten Funde von Steinen, auf denen der Mensch Funken zum Entzünden von Feuer schlug, sind ca. 33.000 Jahre alt. Das Feuermachen mit Feuerstein, Stahl und Zunder bleibt ein bewährtes Prinzip.

Eigener Herd ist Goldes wert
Der eigene Herd ist bis heute Symbol eigenen Wohnraums. Über Jahrhunderte bildete er nicht nur das Zentrum häuslicher Arbeit, er war Mittelpunkt des Zusammenlebens.

Bei den ersten Küchenherden handelte es sich um aufgemauerte, offene Feuerstellen. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts setzten sich in städtischen Bürgerhäusern die ersten vollständig geschlossenen Herdstellen durch, die Kochmaschinen mit Metall-Abdeckung und Feuerkammer. Erstmalig ließen sich mit mehreren Kochstellen komplexere Speisen aus mehreren Komponenten zeitgleich zubereiten. Die Weiterentwicklung reduzierte die Brandgefahr erheblich und half Brennholz einzusparen.

Standardisiert und in Serie produziert verdrängten diese Kochmaschinen oder auch Sparherde genannten Haushaltsgeräte flächendeckend die offenen Feuerstellen. Manche Kochmaschine bezeugte reich verziert den hohen gesellschaftlichen Status derjenigen, die im Haus wohnten. Als Wärmequelle hatten die befeuerten Herde eine gemeinschaftsbildende Funktion und behielten diese bis weit ins letzte Jahrhundert hinein – zumindest auf dem Land. In den Städten setzten sich um 1900 zunehmend Gasherde durch. Die Einführung von Elektroherden benötigte nochmal fünfzig Jahre. Mit ihnen verkürzte sich die Kochzeit rapide und zeitliche Schwankungen beim Kochen aufgrund der Qualität des Brennmaterials oder der Luftzufuhr blieben aus.

Im Zeitalter der Digitalisierung gewinnen Internetanschlüsse im Sinne des Smart Home zunehmend an Bedeutung.

Küchengeschichte(n)
Küchenparty, Küchengeflüster oder Küchenlatein. Warum halten wir uns so gerne in der Küche auf? Die Küche ist seit jeher Nabel der Wohnung. Sie spiegelt eindringlich gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen wider. Küchenarbeit war jahrhundertelang schwere körperliche Arbeit. Dienstbotenmangel, weibliche Berufstätigkeit und Industrie veränderten ab 1900 den Bedarf. Es kam Bewegung in die Sache. Bereits 1869 hatte die amerikanische Sozialarbeiterin Catherine Beecher die genauen Arbeitsabläufe in der Küche eines Mississippi-Dampfers untersucht. In Europa galt die Mitropa-Küche als mustergültig. Hier war alles schnell erreichbar.

Die Frau zu entlasten und ihre Arbeit anzuerkennen, waren erklärte Ziele dieser Zeit. Als Musterbeispiel für Effizienz und Ingenieurskunst gilt die Frankfurter Küche von 1926. Ihre Bauform als Einbauküche wurde in Europa und Amerika immer wieder verbessert und ist bis heute die häufigste Küchenform. Ab den 1950er Jahren zogen Einbauküchen flächendeckend in deutsche Haushalte ein. Gegenwärtige Küchenhersteller werben damit, dass wir nur mit neuer Küche moderne Menschen seien. Die Wohnküche aus der Werbung ist chic und geräumig. Durchschnittlich sind Küchen in Deutschland heute nicht größer als 10 qm – und so abwechslungsreich wie die Gesellschaft. Durchs Schlüsselloch geschaut geben sie Einblicke in den Alltag ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Wer steht eigentlich heute in der Küche?

Alles in Ordnung
Das Besteck befindet sich meist in der Schublade und der Mülleimer unter der Spüle. Ordnung hat viele Facetten.

Für manche Familien bestimmen religiöse Speisevorschriften die Regeln der Ordnung, andere benötigen alles an seinem Platz, damit es möglichst schnell geht. Hygiene spielt in den meisten Küchen eine ebenso wichtige Rolle. Gute Vorratshaltung und vorbildliche Sortierung schaffen Sicherheit. Ist der Geschirrspüler auch richtig eingeräumt? Die tägliche Reibung um die richtige Ordnung und die Aufgabenverteilung in der Küche sind Ausdruck einer pluralistischen und immer komplexer werdenden Gesellschaft. Das äußert sich auch in der Einrichtung der Küchen, deren Schubladen und Schränke voller persönlicher Geschichten stecken. Erinnerungen sortieren wir anhand von Gerüchen. Sie gehören zu den stärksten menschlichen Sinneswahrnehmungen. An der Schnittstelle zwischen romantisierender Tradition wie handgemahlenem Kaffee zu Omas Apfelkuchen und modernem Lifestyle müssen sich die Küchennutzerinnen und -nutzer ihre Favoriten aussuchen. Manche Accessoires des letzten Jahrhunderts spiegeln noch heute beispielhaft den Umgang mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands.

Binationale Ehen und religiös verschiedene Familien stehen häufiger vor der Frage, wie sie die größere Vielfalt beider Partner in der Küche leben und welche Traditionen gepflegt werden sollen. Küche ist sinnlich. Die hier inszenierte Küche lädt zum Entdecken und Ausprobieren ein.

Die Flut der Dinge
Küchenhelfer sind mehr als nur einfache Geräte zum Verarbeiten von Nahrungsmitteln. Neben technischen Entwicklungen lassen sich auch soziale Aspekte an ihnen ablesen.

Bis in das 19. Jahrhundert wurden Speisen in großen Kesseln über offenem Feuer gekocht. Für die hierin meist zubereiteten Suppen und Breie waren noch keine speziellen Küchenhelfer vonnöten. Messer und einfache Löffel reichten aus. Erst mit den Herdplatten und Backröhren der Sparherde erweiterten sich die Zubereitungsmöglichkeiten. Die Speisen wurden vielfältiger und umfangreicher, eine Fülle an Kochbüchern erschien. Für diese Mahlzeiten benötigten die Kochenden nun auch erstmals verschiedene Küchenhelfer wie Fleischwölfe oder Reibemaschinen.

In den 1920er Jahren fanden erste elektrische Küchenhelfer ihren Weg in städtische Küchen. Neue Produkte wie Toaster oder Wasserkocher kamen auf den Markt. Und altbekannte Produkte, zu denen Zerkleinerer wie Mühlen gehörten, ergänzten Tüftler und Produktdesignerinnen mit Elektromotoren zu High-Tech-Geräten mit deutlich stärkeren Leistungen.

Weibliche Bezeichnungen für Küchenhelfer zeigten bis weit ins 20. Jahrhundert an, wer die Arbeit mit ihnen verrichten sollte. Heute werden meist geschlechtsneutrale Bezeichnungen verwendet. Allerdings präsentieren in der Werbung bis heute überwiegend Frauen die Küchenhelfer und vermitteln damit das stereotype Bild eines weiblichen Tätigkeitsbereiches.

Ausgekocht? Kochen will gelernt sein!

Harte Arbeitsbedingungen und ein geringer Verdienst begleiten die Ausbildung zum Koch und zur Köchin durch die Zeit.

Als Sklaven und Leibköche brieten, garten und sotten die Köche der Antike und des Mittelalters für die Oberschicht. Als Bedienstete an den französischen Höfen entwickelten sie die französische Kochkunst. Für ihre Rechte und eine geregelte Berufsausbildung setzte sich der berühmte Koch Auguste Escoffier ein. Im März 1891 eröffnete in Paris die erste Berufsschule für Koch- und Ernährungswissenschaften. Die Kochkunst galt jahrhundertelang als rein männliche Domäne.

Weibliches Kochen war Dienst für die Familie, männliches Kochen Beruf und Kunst. Das spiegelte sich auch in der Kochausbildung wider: Männer lernten in Kochschulen, Frauen im mütterlichen Haushalt. Der Berufsküche näherten sich die Frauen über die hauswirtschaftliche Ausbildung im 19. Jahrhundert. Erst im Jahr 1969 war in Deutschland mit dem Berufsbildungsgesetz die Gleichberechtigung in allen Berufen gesetzlich erfolgt. Bis heute wählen deutlich mehr Männer als Frauen das Kochen als Beruf.

Dickes Fell und dünnes Portemonnaie? Probleme der Kochbranche sind der Nachwuchsmangel und die hohe Zahl von Abbrüchen der Ausbildung. Viele junge Köchinnen und Köche wünschen sich heute eine bessere Bezahlung, flexiblere Arbeitszeitmodelle und ein positives soziales Betriebsklima. Es gibt also auch neben dem Herd noch viel zu tun.

Utopia. Die Küche der Zukunft
Wie sieht die Küche der Zukunft aus? Automatisiertes Lifestyle-Objekt oder zurück zu den Wurzeln der mobilen Kochstelle, es gibt einige Visionen für die Küche der Zukunft.

Mit dem Aufkommen der Moderne wird die Küche immer wieder neu gedacht. Es wird dabei immer auch verhandelt, wie wir in Zukunft essen werden. Wird weiterhin mehr außer Haus gegessen und wird die Küche überflüssig sein? Längst wird nicht mehr nur in Küchen gekocht. Street Food-Trucks als moderne Imbissbuden und öffentliche Festivals ums Essen lassen die häusliche Küche links liegen. Single-Haushalte kochen immer seltener, auch Familien finden weniger Zeit für die gemeinsame Mahlzeit als früher.

Gleichzeitig geben die Menschen in Deutschland immer mehr Geld für den heimischen Herd aus. Die Küche ist das neue Statussymbol! Die Küchengeräte von Morgen sind vernetzt, können Milch nachbestellen, geben Rezeptvorschläge und kochen autonom. Doch egal wo die Reise der Küche hin geht, eines scheint sicher: Die Kochstelle ist für die meisten Menschen zentraler Mittelpunkt des gemeinsamen Lebens.

Es bleibt also spannend um den Herd!

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Erpresst ERGO Versicherung Mitarbeiter die Mühle Colbitz?

Eine ungeheuerliche und erpresserische Nötigung, mussten wir am 04. März 2019 erneut von einem ranghohen Mitarbeiter der ERGO Versicherung aus Colbitz, auf dem Gelände der Mühle in Colbitz bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt hinnehmen.

Seit Jahren versucht der ERGO Versicherung Mitarbeiter, sowie seine Ehefrau und sein Vater ein angrenzendes Grundstück von der Firma: Magic Eden Entertainment (UG) zu erwerben. Dieses wurde abgelehnt, weil man uns bereits bei den ersten Zusammentreffen, auch mit dem Vater es ERGO Versicherung Mitarbeiter vor Jahren, in erpresserischer Weise damit genötigt hat, dass Vereinsfreunde vom Bauamt, mögliche Bauvorhaben an der Mühle Colbitz, bei nicht Verkauf des Grundstücks blockieren könnten.

Hierfür gibt es unumstößliche und stichhaltige Beweise, die ebenso brisant sind, wie ein Brief des Bürgermeister der Gemeinde Colbitz, der uns als Verwalter darum bat, das Grundstück an die Familie M. zu veräußern, um den „Gemeindefrieden wieder herzustellen“.

Um den Gemeindefrieden zu wahren, haben wir lange geschwiegen und uns von Colbitz bedingt ferngehalten, jedoch wurde der Bogen, heute überspannt und nach Absprache mit unserem Anwalt, werde wir in den nächsten Tagen sehen, welche weiteren Informationen, wir in Online Medien wie YouTube öffentlich machen dürfen, um die Ergo Group Aktiengesellschaft und die Bürgern und Bürgerinnen in Colbitz und Umland, über die Geschehnisse zu informieren und um zu erklären, warum das Mühlengebäude in Colbitz immer mehr zerfällt.

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